Maison Margiela ist ein Haute-Couture-Haus, das 1988 von dem belgischen Designer Martin Margiela gegründet wurde. Mit einem starken Fokus auf Schneiderkunst und einem äußerst raffinierten Design sind die Kollektionen von Maison Margiela reine Avantgarde – angefangen bei der Damenschuh-Kollektion von Maison Margiela, in der wir die berühmten Tabi Boots finden, Stiefel mit gespaltener Zehenpartie, die auch als Loafer und Sneaker erhältlich sind, sowie den Replica-Modellen. Die Damenbekleidungskollektion von Maison Margiela umfasst Jacken mit markanten Schulterpartien, maxi Daunenjacken und Mäntel aus Strick oder gesteppt mit charakteristischem Design, wie beim „Work in Progress“. Dazu kommen Hosen aus Seide und plissierte oder ausgeschnittene Jeans, Blusen aus Satin, T-Shirts mit Logo, Sweatshirts und Kleider. Auch in der Kollektion Damenaccessoires finden sich Taschen und Clutches mit raffiniertem Design, gepolsterte Schals, bedruckte Foulards und natürlich Schmuck, mit Armbändern und Halsketten, auf denen die Nummer der jeweiligen Linie eingraviert ist. In der Herrenbekleidungskollektion von Maison Margiela finden wir wiederum maxi Daunenjacken, Trenchcoats und Mäntel, T-Shirts mit Logo, Pullover und ärmellose Westen, Poloshirts aus Strick, Kleidungsstücke mit unverkennbarem Design, Hosen, Jeans und Shorts. Auch Clutches und Taschen sind Teil der Kollektion Herrenaccessoires, mit kleinen Lederwaren, die stets durch die vier weißen Nähte auf der Rückseite gekennzeichnet sind. In der Kollektion Herrenschuhe finden sich Sneaker, Loafer und Stiefel.
Als Marke mit klarem Fokus auf Schneiderkunst zeichnet sich Maison Margiela durch das Prinzip des Recyclings und den Einsatz ungewöhnlicher Materialien aus, wie Kork oder Plastiktüten; und genau das verleiht dem Haus seine große Exklusivität, denn im Gegensatz zu anderen Marken setzt es nicht auf edle Materialien, sondern haucht bereits Vorhandenem durch schneiderisches Können und Design neues Leben ein. Designer Martin Margiela wird oft als Vater der Dekonstruktion bezeichnet, denn die von ihm entworfenen Kleidungsstücke offenbaren häufig ihre technische Konstruktion. Ein weiteres zentrales Thema des Hauses ist zweifellos die Anonymität: Die Aufmerksamkeit gilt nämlich den Kleidungsstücken und nicht den Personen. Martin Margiela selbst vermeidet es, öffentlich in Erscheinung zu treten oder sich nach den Modenschauen zu zeigen, und jeder, der bei Maison Margiela arbeitet, trägt einen weißen Kittel – Symbol sowohl für Professionalität als auch für Gleichrangigkeit. Erwähnenswert sind schließlich auch die besonderen Etiketten des Hauses, die nicht nur die Geschichte der Marke begleitet haben, sondern auch an der Nummerierung der jeweiligen Kollektion erkennbar sind – bis sie schließlich zu vier weißen Punkten auf der Innenseite der Kleidungsstücke wurden.
Als Schüler von Jean Paul Gaultier gründete Martin Margiela 1988 die Maison Martin Margiela und revolutionierte damit die Modeindustrie. Mit seiner ersten Damen-Prêt-à-porter-Kollektion legte er den Grundstein für die Eröffnung des ersten Stores in Tokio. Eine der tragenden Säulen der Identität des Hauses ist zweifellos die Geschlechterfluidität; die Kollektionen sind nämlich nicht nach starren Kategorien konzipiert, sondern stellen die Männlichkeit selbst in Frage. Anders konnte es angesichts der Ausbildung von Martin Margiela an der Seite von Gaultier auch kaum sein. Von 1997 bis 2003 wurde Martin Margiela zum Kreativdirektor von Hermès ernannt, und 2002 übernahm Renzo Rosso mit Only the Brave die Mehrheitsanteile, bis Martin das Haus 2009 endgültig verließ. In der Folge änderte sich der Name in Maison Margiela und das Etikett wurde vollständig weiß. Seit 2012 trägt das Haus den Titel Haute Couture, und 2015 übernahm John Galliano die kreative Leitung der Marke – und obwohl er selbst eine öffentliche Ikone ist, gelang es ihm, sich perfekt in die Denkschule von Margiela einzufügen.