Im Schatten des Mont Blanc, des höchsten Gipfels Europas, entsteht Napapijri. Es war das Jahr 1987, als Giuliana Rosset, Tochter von Unternehmern aus dem Aostatal, die Green Sport Monte Bianco übernimmt, ein kleines Turiner Unternehmen, das technische Rucksäcke herstellte. Zunächst führt sie das Geschäft mit Rucksäcken und Reisetaschen aus innovativen, äußerst widerstandsfähigen Materialien fort: Das erste Kultprodukt der Marke war nämlich eine Reisetasche, die „Borsa Bering“, deren Name dem Entdecker Vitus Bering huldigt, der als Erforscher der Beringsee in die Geschichte einging.
Schon bald mündet die dem Unternehmen innewohnende experimentierfreudige Ader ganz natürlich in eine Reihe von Sportbekleidungskollektionen, die sich dank ihres unverwechselbaren Stils deutlich von der Konkurrenz abheben. Eine zurückhaltendere Farbgebung sowie Schnitte und Passformen, die viel mehr an Casual-Wear für den Alltag erinnern, ermöglichen es der Marke, eine geradezu avantgardistische Palette an ästhetischen Optionen zu entwickeln – bemerkenswert, wenn man an die „Active“-Bekleidungsbranche der frühen Achtzigerjahre denkt.
Die Inspiration liefern stets die extremen Landschaften der nordischen Länder, allen voran Norwegen: Das Logo etwa ist zur Hälfte positiv und zur Hälfte negativ gestaltet, um an Nordpol und Südpol zu erinnern, und stets präsent ist auch die norwegische Flagge, die fein auf Produkte wie die Jacke „Skidoo“ oder die „Rainforest“ gestickt ist. Der Markenname stammt vom finnischen Begriff „napapiiri“, der genau „Polarkreis“ bedeutet.
Die Unternehmensphilosophie ist klar: Sie huldigt der Leidenschaft für das Unbekannte und dem Denken abseits ausgetretener Pfade – typische Eigenschaften jener, die aus ihrem Leben eine einzigartige Reise durch die Natur machen. Eine Philosophie, die sich zudem mühelos tragen lässt, weshalb Napapijri auch in den Straßen der Städte weltweit Einzug hält, in Umgebungen und Klimazonen, die weitaus urbaner sind als die Naturlandschaften Norwegens.
Im Jahr 2004 wird Napapijri vom US-amerikanischen Konzern VF Corporation übernommen (zu dem auch Timberland, Vans, Eastpak, The North Face … gehören) und verlegt seinen Sitz in die Schweiz: Nach der Zusammenarbeit mit Karl Lagerfeld und der Entwicklung nachhaltiger Projekte wie „Animal Free“ sowie innovativer, umweltschonender Materialien hat Napapijri internationale Märkte erobert und sich als „intersektionale“ Marke etabliert, deren Motto nach wie vor lautet: „Klischees infrage stellen, abseits ausgetretener Pfade denken und einen unerwarteten Weg durch Natur und Kreativität beschreiten“.
